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Sammlungen

Pflanze des Monats Februar 2012

Kaukasisches Alpenveilchen

Kaukasisches Alpenveilchen
Das Kauksische Alpenveilchen (Cyclamen coum ssp. caucasicum, einer der vielen Geophyten, die in der Sammlung der Botanischen Gärten zu finden sind.
Foto: W. Lobin

Das Kaukasische Alpenveilchen (Cyclamen coum ssp. caucasicum) kommt im Kaukasus vor, wo man es an geeigneten Standorten in großen Mengen vorfindet. Es ist ein Geophyt, der im ausgehenden Winter blüht.

Geophyten sind Pflanzen, die ungünstige Jahreszeiten (Kälte, Dunkelheit oder Trockenheit) durch Überdauerungsorgane (Zwiebeln, Knollen usw.) überstehen. Die bekanntesten Beispiele sind Krokusse, Tulpen und Narzissen. Sehr viele Arten kommen aus dem Mittelmeergebiet und sind mit ihren unterirdischen Organen darauf spezialisiert, Trockenzeiten zu überdauern. Aber auch bei uns gibt es sie, z.B. in Buchenwäldern. Im zeitigen Frühjahr, wenn die Buchen noch nicht belaubt sind, können Lerchensporn (Corydalis spp.) oder Scharbockskraut (Ranunculus ficaria) bereits austreiben und schnell blühen, ohne zunächst Blätter bilden zu müssen. Die dazu benötigte Energie liefert ihnen das unterirdische Organ. Solange die Buchen nicht belaubt sind, erhalten sie genügend Licht und können ihren Lebenszyklus (Fruchtbildung und Speicherung von Energie für das nächste Jahr) abschließen. Wenn im Buchenwald dann der Boden zu stark beschattet wird, sterben die oberirdischen Teile ab, und die Pflanzen gehen in Ruhe. So funktioniert dies auch bei den übrigen Geophyten, nur dass der Stressfaktor „fehlendes Licht“ z.B. durch eine langanhaltende Trockenzeit ersetzt wird, wie es im Mittelmeergebiet der Fall ist.

Wir verfügen über eine reiche Sammlung Geophyten, die in speziellen, der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Frühbeetkästen kultiviert werden. Viele Wildtulpen, Narzissen und Aronstabgewächse gehören dazu. Die meisten Arten aus dem Mittelmeergebiet blühen im Winter oder im zeitigen Frühjahr. Um die herrlichen Pflanzen zeigen zu können, werden sie im kleinen Sukkulentenhaus ausgestellt. Nach der relativ kurzen Blütezeit wandern sie wieder in ihr Sommerquartier.

Winter-Öffnungszeiten: Montag - Freitag, 10 – 16 Uhr.
An Wochenenden ist der Garten geschlossen.
Schaugewächshäuser montags – freitags von 10 – 12 und von 14 – 16 Uhr.

Dr. Wolfram Lobin


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