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Botanische Gärten der Universität Bonn - Telefon: 49-(0)228-735523 - Telefax: 49-(0) 228-739058 - botgart[at]uni-bonn.de

Sammlungen

Pflanze des Monats Januar 2012

Efeu

Efeu
Die Früchte von Efeu (Hedera helix) werden nur an älteren Pflanzen ausgebildet.
Foto: W. Lobin

Der Efeu (Hedera helix) ist eine sehr bekannte und beliebte Pflanze. Sicherlich kennt ihn fast jeder von Spaziergängen im Wald oder als Bewuchs von Ruinen. Er ist der einzige Wurzelkletterer in Mittel-Europa: seine Wurzeln sind zu Haftorganen umgebildet, mit deren Hilfe er an Bäumen oder Mauerwerk empor wachsen kann. Sein biegsamer Spross kann im Alter verholzen und einen festen Stamm bilden. So gibt es in Deutschland mehrere uralte verholzte Efeu-„Bäume“, die teilweise mehrere Meter hohe Stämme haben.

Der Efeu wird in Gärten und Parkanlagen gerne zum Begrünen von Wänden, Pfeilern und anderen künstlichen Flächen benutzt. Außerdem ist er ein beliebter Bodendecker. Ein Nachteil ist, dass man ihn nur sehr schwer im Zaum halten kann. Es genügt ein Rest des Wurzelstocks im Boden oder in einer Mauerritze und er treibt wieder aus.

Das typische Efeublatt ist charakteristisch dreigelappt, dass es bei vielen anderen Arten, die ähnliche aussehende Blätter haben, in deren Artnamen „hederifolia“ = „efeublattähnlich“ zu finden ist. Weniger bekannt ist aber den meisten, dass das typische Blatt nur bei jüngeren Pflanzen und im Schatten ausgebildet wird. Wächst die Pflanze z.B. an einem Baum in die Höhe und gelangt so in die Sonne, dann ändert sich die Blattform beträchtlich, sie wird ganzrandig und die Pflanze beginnt zu blühen! Die einzelnen Blüten sind sehr unscheinbar und werden von Insekten bestäubt.

Der Efeu ist in allen seinen Teilen schwach giftig und enthält das Saponin Hederin. In der Volksheilkunde wird er bei Bronchitis und Nervenschmerzen verwandt.
Der Efeu ist schon seit altersher bekannt, bei den Griechen und Römern war der Efeu den Göttern des Weines, Dionysos und Bacchus geweiht. Ebenfalls war er die heilige Pflanze des Gottes Apollo und der Musen, daher erhielten Dichter Efeukränze. In Deutschland ist die Verwendung von Efeu als Gartenpflanze seit dem 16. Jahrhundert belegt. Heute gibt es über 200 Sorten mit allen möglichen panaschierten, meist grün-weiß gefleckten Blättern.

Efeu steht an verschiedenen Stellen in den Botanischen Gärten, ein besonders prachvolles, schön fruchtendes Exemplar im Nutzpflanzengarten.

Winter-Öffnungszeiten: Montag - Freitag, 10 – 16 Uhr.
An Wochenenden ist der Garten geschlossen.
Schaugewächshäuser montags – freitags von 10 – 12 und von 14 – 16 Uhr.

Dr. Wolfram Lobin


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