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Pflanze des Monats Oktober 2011

Chinaschilf

Chinaschilf
Foto: W. Lobin

Eine der spektakulärsten neuen Nutzpflanzen ist das Chinaschilf (Miscanthus sinensis cv. Goliath). Aus unseren Gartenanlagen ist es schon länger als dekoratives Gras, welches sich im Spätsommer und Herbst mit filigranen Blütenständen ziert, gut bekannt. Alle Arten stammen aus Ostasien, können über 5 m hoch werden und haben eine sehr schnelle Wachstumsrate. Die Halme sind dabei sehr standfest und werden bis zu 2 cm stark.

Beim Chinaschilf handelt es sich aber auch um einen nachwachsenden Rohstoff, der sehr hohe Erträge zeigt und auf Grund des vergleichsweise hohen Gehaltes an Lignin und Zellulose in den Halmen vielfältige Verwertungsmöglichkeiten hat. In der Bauindustrie für Lehmbauten und Dachdeckungen, als Leichtbeton, Dämmplatten und Windschutzmatten, in der Automobilindustrie als Lenkräder und Ölbinder, in der Zellstoffindustrie für Verpackungsmaterial, Papier und Pappe, im Gartenbau als Torfersatz, Kultursubstrate und Blumentöpfe sowie in der Energiegewinnung zum Verbrennen und für die Gasgewinnung. In all diesen Bereichen gibt es bereits Anbieter für ein oder mehrere Produkte! Besonders die Energiegewinnung ist interessant: Man kann auf einem Hektar soviel Pflanzenmaterial ernten, welches einem Brennwert von 8.000 l Heizöl entspricht.

In der Arbeitsgruppe „Nachwachsende Rohstoffe“ der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bonn auf dem Campus Klein-Altendorf wird intensiv an dieser zukunftsträchtigen Pflanze geforscht.
Weitere Infos unter www.miscanthus.de und www.cka.uni-bonn.de/forschung/nawaro

Ein schönes Chinaschilf steht im Nutzpflanzengarten am Katzenburgweg.

Öffnungszeiten: täglich, außer samstags, 10 – 18 Uhr.
An Samstagen ist der Garten stets geschlossen.
Schaugewächshäuser montags – freitags von 10 – 12 und von 14 – 16 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 10 – 17:30 Uhr.

Dr. Wolfram Lobin


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