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Sammlungen

Pflanze des Monats September 2011

Stieleiche

Stieleiche
Die Stieleiche (Quercus robur) hat kurz gestielte Blätter und lang gestielte Früchte.
Foto: W. Lobin

Eichen sind in unserern Wäldern eine der wichtigsten Nutzholzarten. Alte Eichen haben ein ganz charakteristisches Aussehen und „knorrig wie eine Eiche“ ist in unseren Sprachgebrauch eingegangen.

Die Eiche ist eine Art, die besonders häufig in West-Europa zu finden ist. Auch wenn wir gerne von der Deutschen Eiche sprechen, das Attribut „Deutsch“ trifft in viel höherem Maße auf die Linde (Pflanze des Monats August) zu.
Eichenlaub wurde zuerst in der Antike als Symbol der Macht und Treue verwendet. und gelegentlich finden sich Abbildungen auf denen Eichenlaub als Kopfbedeckung von Zeus, dem obersten Gott zu sehen ist. Heute ist Eichenlaub ein beliebtes Symbol in politischen und militärischen Bereichen.
Bei den Kelten galt die Eiche als heiliger Baum und vermittelte zwischen Himmel und Erde. Nicht umsonst saßen die Druiden in diesen Bäumen und schnitten Misteln, eine weitere ihnen heilige Pflanze, wie uns Miraculix in Asterix & Obelix anschaulich vermittelt hat. Alte Eichbäume dienten in Frankreich oft als Gerichtsstätte, dies ist z.B. von Ludwig IX. übermittelt. Auch bei uns gibt es noch einige alte Gerichtseichen. Bei den Germanen war die Eiche dem Donnergott Donar heilig.
Das Holz der Eiche ist extrem fest und resistent gegen Fäulnis, daher wurden jahrhundertelang aus dem harten Eichenholz Fundamente für Bauwerke erstellt. Aber auch als Bauholz im Haus-, Brücken- und Schiffsbau fand es Verwendung und heute noch wird es als Eisenbahnschwellen benutzt. Möbel wurden ebenfalls häufig aus Eichenholz angefertigt und Rotwein erhält in Eichenfässern seinen letzten Schliff. Die Liste liesse sich beliebig fortführen. Im Mittelalter spielten Eichen eine besondere Rolle in der Wald-Weide-Wirtschaft. Das Vieh, insbesondere Schweine, wurden zur Mast in den Wald getrieben, wo sie sehr gerne Eicheln fraßen. Auch die Gerber benötigten Eichen, deren Rinde sehr gerbstoffreich ist und daher zum Gerben benutzt wurde. Da sie sehr entzündungshemmend ist, wurden Wunden und Entzündungen mit einem Auszug der Rinde behandelt.

In Deutschland gibt es zwei Arten, die Stiel- und die Traubeneiche (Quercus robur und Q.petraea). Die Stiel-Eiche hat ungestielte Blätter, die Früchte (Eicheln) befinden sich meist zu mehreren auf 5-12 cm langem Stiel.
Die Auswahl der Linde und Eiche als Pflanzen des Monats ist unser Beitrag zum UNESCO Jahr der Wälder.
Zwei besonders schöne Stieleichen sind in Arboretum „ArEic“ zu sehen. Das Exemplar 8731 ist 30 m hoch, die Krone ist 20 m breit und der Stamm hat einen Stammumfang von 2.83 m, der Schwesterbaum 8732 ist 27,5 m hoch, die Krone ist ebenfalls 20 m breit und der Stamm hat einen Umfang von 3,03 m. Beide Bäume wurden 1910 gepflanzt.

Öffnungszeiten: täglich, außer samstags, 10 – 18 Uhr.
An Samstagen ist der Garten stets geschlossen.
Schaugewächshäuser montags – freitags von 10 – 12 und von 14 – 16 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 10 – 17:30 Uhr.

Dr. Wolfram Lobin


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