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Sammlungen

Pflanze des Monats Juni 2011

Goethea cauliflora

Goethea cauliflora
Das Malvengewächs Goethea cauliflora mit seinen direkt am Stamm stehenden Blüten.
Foto: W. Lobin

Wie kam diese Pflanze wohl zu ihrem berühmten Namen? Goethea cauliflora ist ein Malvengewächs und stammt aus Brasilien. Unter Pflanzensamen, die der Fürst Neuwied zu Wied von seiner berühmten Brasilien-Expedition an den Bonner Garten sandte, befand sich ein noch unbekanntes Malvengewächs. Die Samen wurden ausgesät und von dem ersten Gartendirektor, dem bedeutenden Naturforscher Christian Gottfried Daniel Nees von Esenbeck (1776 - 1858) wissenschaftlich bearbeitet. Nees erkannte, dass es sich hierbei noch um eine unbekannte Art handelt. Diese neue Art ist mit den Bonner Botanischen Gärten eng verbunden:

Nees stand in engem wissenschaftlichen Austausch mit vielen Fachkollegen, zu denen auch J.W. Goethe aus Weimar gehörte. Im Mai 1816 schickte Nees seine Abhandlung „Das System der Pilze und Schwämme“, und der Schriftwechsel endet 1828 durch einen Streit über Goethes Farbenlehre. Nees hat Goethe mehrfach in Weimar besucht, denn der Dichterfürst war extrem vielseitig begabt und ein ernstzunehmender Wissenschaftler, der sich u.a. mit der Morphologie von Pflanzen beschäftigte. Er hat mehrere wissenschaftlich-botanische Abhandlungen geschrieben, u.a. zur Urpflanze. Er hat sich von Nees in vielen botanischen Fragen beraten lassen.
Nees bewunderte Goethe unendlich, was man am Schreibstil in seinen Briefen erkennen kann, während Goethe stets viel sachlicher antwortet. Schließlich bedankt Nees sich auf seine Weise und widmet ihm die neue Art Goethea cauliflora. Die Korrespondenz zwischen den beiden ist erhalten geblieben und veröffentlicht.

Ein schönes Exemplar ist in dem neu eingerichteten Regenwaldhaus zu sehen.
Die Schaugewächshäuser sind montags – freitags von 10 – 12 und von 14 – 16 Uhr geöffnet, an Sonn- und Feiertagen von 10 – 17 Uhr.

Dr. Wolfram Lobin


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