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Pflanze des Monats April 2011

Gelbe Scheinkalla

Gelbe Scheinkalla

Die Gelbe Scheinkalla oder, wie er auch heißt, der Stinkkohl (Lysichiton americanus) stammt aus Nordamerika. Dort bewohnt die Pflanze feuchtes, sumpfiges Gelände oder feuchte Wälder und sie kommt entlang von Fließgewässern vor. Sie besitzt ein unterirdisches Rhizom, das bis 40 cm lang werden kann. Die Blätter stehen trichterförmig dicht beisammen und können fast einen Meter lang werden.

Die Gelbe Scheinkalla gehört zu den Aronstabgewächsen und hat, wie in dieser Pflanzenfamilie üblich, winzig kleine männliche und weibliche Blüten, die in einem Blütenstand zusammenstehen. Wenn ein Bestand der Gelben Scheinkalla zur Blüte kommt, ist das ein atemberaubender Anblick. Schöne Exemplare der Scheinkalla stehen im Schlossgarten auf der anderen Seite des Melbweihers.

Leider ist die schöne Pflanze in einer anderen Beziehung ein Problem geworden, sie ist in Europa ein Neophyt und in einigen Ländern eingebürgert. In Deutschland kommt sie an mehreren Stellen bereits in der Natur vor, so z.B. in der Eifel. Da die Gelbe Scheinkalla an Stellen, die ihr zusagen, dazu neigt, dichte Berstände zu bilden, verdrängt sie hier die urspüngliche Vegetation. Solche Neophyten, das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) oder der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) sind zwei besonders traurige Beispiele von Arten, die eingeschleppt wurden und die einheimische Vegetation stark bedrängen. Solche invasiven Arten müssen bekämpft werden.

Dr. Wolfram Lobin


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