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Sammlungen

Pflanze des Monats Oktober 2010

Asiatischer Wildapfel

Asiatischer Wildapfel
Rheinischer Winterrambur
Bild: Barbara Bouillon

Nach neuesten molekularen Untersuchungen stammt unser Kultur-Apfel (Malus pumila, der oft benutzte Name M. x domestica ist nur ein Synonym) aus Zentral-Asien und ist nicht ein Abkömmling des heimischen Wild- oder Holz-Apfels (M. sylvestris), wie man lange Zeit glaubte.

In Zentral-Asien liegt das Diversitätszentrum einiger unserer gut bekannten Obstgehölze, z.B. Äpfel und Birnen. Hier wurden diese Arten auch das erste Mal in Kultur genommen und haben sich dann bis zu uns verbreitet. Wie wichtig die Äpfel z.B. in Kasachstan sind, zeigt ihr Name: Apfel heißt auf kasachisch „Alma“ und die frühere Hauptstadt heißt „Alma-Ata“, was Vater der Äpfel bedeutet. Auch in den übrigen eurasischen Kulturen spielen Äpfel in Märchen und Mythen eine große Rolle. Äpfel gelten als Symbol der Liebe, Sexualität, Fruchtbarkeit, des Lebens, der Erkenntnis und der Entscheidung.
Es gibt in Deutschland ca. 1.500 verschiedene Apfel-Sorten, von denen aber nur ca. 60 eine wirtschaftliche Bedeutung haben. China ist weltweit gesehen der größte Apfel-Produzent, Deutschland liegt hier an neunter Stelle, die hauptsächlich bei uns angebauten Sorten sind Jonagold, Elstar, Idared, Gala, Cox-Orange und Boskop.

In der Arbeitsgruppe von Professor Noga, dem stellvertretenden Garten-Direktor, beschäftigt man sich intensiv damit, in Kooperation mit ausgewiesenen Züchtungsexperten hohe Fruchtqualität mit Resistenzen gegen die wichtigsten Krankheiten zu kombinieren.

Dr. Wolfram Lobin


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