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Sammlungen

Pflanze des Monats August 2010

Tabak

Tabak
Die Tabakernte im Vorgebirge: noch 1975 überwiegend in Handarbeit.
Bild: Rheinisches Volkskundearchiv, LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte

Tabak (Nicotiana tabacum) stammt aus Amerika und wurde von Kolombus 1492 zum ersten Male beobachtet. Es dauerte aber bis 1560, bis die ersten Pflanzen nach Europa (Lissabon) kamen. Der dortige französische Gesandte Jean Nicot engagierte sich bei der weiteren Verbreitung des Tabaks in Europa, ihm zu Ehren ist die Gattung Nicotiana benannt.

Zunächst wurde der Tabak als Heilpflanze gebraucht, sehr bald begann man aber auch, nach indianischem Vorbild, die zusammengerollten Blätter zu rauchen. Die neue Mode fand eine so rasche Verbreitung, dass der Genuss verboten wurde. Dieses Verbot hatte nicht lange Bestand, der französische König erlaubte zwar das Tabakrauchen bald wieder, besteuerte es aber und an dieser Praxis hat sich bis heute nichts geändert! Staatliche Besteuerung, Rauch- und Werbeverbote haben inzwischen aber vor allem das Ziel, den lebensgefährlichen Tabakkonsum auf ein Minimum zu reduzieren. Mit gutem Grund: Weltweit gehen rund ein Drittel aller Krebsfälle mit Todesfolge auf das Rauchen zurück.

Der Tabak ist eine einjährige Pflanze, die zum Wachsen viel Wärme und Wasser benötigt. So ist sein Anbau in Deutschland nur an wenigen Stellen möglich. Im Rheinland hat der Tabakanbau eine lange Kultur, spielt aber heute praktisch keine Rolle mehr, da insgesamt die Anbauflächen zurückgehen und der Anbau viel Handarbeit, besonders bei der Ernte, benötigt: Je nach Reifegrad der Blätter werden diese in bestimmte Reihenfolge mit der Hand geerntet und weiterverarbeitet. Bis zum 2. Weltkrieg existierte in Poppelsdorf in der Trierer Straße die Tabakfabrik FAH AG.

Im Nutzpflanzengarten läuft derzeit die Ausstellung „Liebesäpfel und Krumbeeren – Die Nachtschattengewächse in den Botanischen Gärten“, das Aktionswochenende findet am Samstag, 4. und Sonntag, 5. September 2010 statt. Hier sind u.a. auch Tabakpflanzen zu sehen.

W. Lobin


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