Aristolochia arborea

Fruchtbau und Verbreitungsbiologie

Wenige Tage nach der Bestäubung warfen die beiden Blüten ihre Hülle ab und die Früchte wuchsen schnell heran. Nach etwa 3 bis 4 Wochen hatten sie ihre endgültige Größe erreicht. Sie waren 12,5 bzw. 15 cm lang und 1,5 bzw. 2,5 cm dick. Die Früchte waren, wie eine Banane, leicht gebogen, im Querschnitt sechskantig und hatten eine glänzend grüne Farbe, die durch eine rötlich-braune Behaarung hindurch sichtbar war (Abb. 4).

Ausgewachsene Frucht

Abb. 4: Ausgewachsene Frucht, ca. 15 cm lang

5,5 bis 6 Monate nach der Bestäubung öffneten sie sich von der Spitze her und setzten durch Zurückrollen der Fruchtwände die ca. 60 Samen im Verlauf von 10 Tagen nach und nach frei, bis sich die Frucht völlig aufgelöst hatte (Abb. 5).

Ornithopus perpusillus

Abb. 5: Freisetzen der Samen durch Zurückrollen der Fruchtwände

Die Samen liegen in sechs Reihen dicht gepackt übereinander, sind herzförmig, ca. 1 cm, lang, 0,8 cm breit und in ein großes Elaiosom eingebettet, das nahezu doppelt so groß ist wie der Same selbst. Die Samen werden von Ameisen begierig aufgesucht und von kleineren Arten, zum Teil in Gemeinschaftsarbeit, verschleppt (Abb. 6).

Ausgewachsene Frucht

Abb. 6: Samen mit großem Elaiosom, das zahlreiche Ameisen anlockt

Von den ausgesäten Samen keimten ca. 40% nach 4 bis 6 Wochen. Die Sämlinge sind mittlerweile zu kräftigen Pflanzen von z.T. über 1,5 Meter Höhe herangewachsen und blühen regelmäßig. Obwohl sie aus einer Selbstbestäubung hervorgegangen sind, weisen sie eine erstaunliche Variabilität auf. Während einige Pflanzen sich wenig verzweigen, einen kräftigen Stamm bilden und schnell in die Höhe wachsen, verzweigen sich andere sehr stark und bleiben viel niedriger. Nachdem jetzt erstmalig eine größere Anzahl generativ vermehrter Pflanzen zur Verfügung steht, scheint das Überleben dieser Art zumindest in menschlicher Obhut gesichert zu sein (Sämlinge wurden bisher unter anderem nach Amsterdam, Missouri, Meise, Göteborg, Tübingen und Dresden weitergegeben). Es bleibt zu hoffen, dass Aristolochia arborea, die zu den schönsten Arten ihrer Gattung gehört, in Zukunft nicht nur in botanischen Gärten zu finden sein wird.

Inhalte

  1. Einführung
  2. Zur Taxonomie
  3. Blütenbau und Blütenbiologie
  4. Fruchtbau und Verbreitungsbiologie
  5. Danksagung/Literatur

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