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Botanische Gärten der Universität Bonn - Telefon: 49-(0)228-735523 - Telefax: 49-(0) 228-739058 - botgart[at]uni-bonn.de

Vielfalt des Lebens: Reichtum und neue Armut

Man geht davon aus, dass es weltweit etwa 15 Millionen verschiedener Pflanzen- und Tierarten gibt. Nur 1.8 Millionen Arten sind davon bekannt und mit einem wissenschaftlichen Namen belegt. Die grünen Landpflanzen, die hier im Garten repräsentiert werden, umfassen nur 250.000 Arten. Sie bilden allerdings 90 % der Biomasse unserer Erdoberfläche und sind gewissermaßen das Kraftwerk unseres Planeten.

Vom Wert der Vielfalt

BrasilienGlobal Change: Brasilianischer Regenwald, Umgebung von Rio de Janeiro. Eines der artenreichsten Ökosysteme der Erde, bis auf kleine Reste zerstört.

Wie eine gewaltige Solarkraftanlage überziehen die grünen Pflanzenarten unseren Planeten. Sie und ihr Zustand bestimmen weitgehend unser Klima, selbst der Sauerstoff in der Atmosphäre wird ausschließlich von Pflanzen produziert: Ein kleiner Baum liefert Sauerstoff für einen Menschen, ein großer Baum für eine Familie. Unsere gesamte Ernährung hängt direkt (z. B. Weizen, Mais, Reis etc.) oder indirekt (Getreide fressende Kühe oder Hühner) vollständig von Pflanzen ab, genauso unsere Kleidung (Baumwolle und Leinen) und zu größten Teilen die Versorgung mit Medikamenten und vielem anderen. Ohne die Vielfalt der Pflanzen gibt es kein menschliches Leben auf der Erde.

Die neue Armut

HirteDieser Hirte in Madagaskar steht im völlig zerstörten Gebiet eines ehemals gewaltigen Affenbrotbaum-Waldes. Madagaskar ist ein „Weltnaturerbe“, das unter unseren Händen zerrinnt.

Die Weltbevölkerung hat sich in den letzten 100 Jahren mehr als vervierfacht, der Verbrauch von Energie im gleichen Zeitraum mehr als verzehnfacht. Die stetig wachsende Zahl von Menschen und der steigende Pro-Kopf-Verbrauch von Ressourcen haben weitreichende Konsequenzen für Klima, Landnutzung und den gesamten Planeten: Global Change – die Welt im Wandel.

Weltweit geht die Vielfalt an Arten (Biodiversität) stark zurück, die Aussterberate hat inzwischen erdgeschichtliche Dimensionen angenommen. Botanische Gärten spielen hier eine doppelte Rolle: in der unmittelbaren Anlage von Erhaltungskulturen (in Bonn z.B. der beinahe ausgestorbene Toromiro-Baum der Osterinsel) und vor allem in einer Bewusstseinsbildung in der breiten Öffentlichkeit. In den Botanischen Gärten Bonn können sich alle Altersgruppen über das System der Pflanzen und die Artenvielfalt informieren.


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